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Abenteuer Balkan – 14 Tage mit dem Motorrad durch Europa

Einmal im Jahr geht die Motorrad-Community auf große Reise durch Europa. Organisiert und personell unterstützt durch die Männer und Frauen aus Müllers MotorradWelt in Leipzig und Wittenberg, geht es jährlich für zwei Wochen auf große Tour. 2017 lockten die Serpentinen der Alpenstraßen, letztes Jahr ging es auf der Pyrenäen-Reise ins französisch-spanische Grenzgebiet. Vom 12. bis 27. September diesen Jahres erkunden unsere drei Dutzend Motorradbegeisterten den wilden Balkan. Nachdem die Motorräder bereits am Dienstag (10.09.) auf Reise gingen, bestieg unsere Reisegruppe am Donnerstag den Flieger über Wien nach Dubrovnik. In gelöster und freudiger Athmosphäre haben sich bekannte Gesichter wiedergesehen und neue Bekanntschaften ergeben. Über ein Wiedersehen hat sich jedoch jede*r gefreut: Das Wiedersehen am Donnerstagabend mit dem eigenen Motorrad in Südkroatien!

Freitag, 13. September

Heute heißt es: Auf geht’s! Die erste Etappe der Balkantour steht an und führt über 285 Kilometer weiter gen Süden. Zunächst steht eine Stärkung im Hotel an, bevor wir auf unsere Motorräder steigen. Zu Beginn befahren wir ein kurzes Stück der Küstenstraße entlang der herrlichen Adria. Bei 28°C und Sonnenschein vergessen wir schnell, dass in Deutschland schon der Herbst Einzug hält. Doch schon wenige Kilometer später kommen wir auf der D8 in ein herrliches Bergpanorama. Obwohl wir keine drei Kilometer von der Küste entfernt sind, wirkt die Landschaft, als führen wir durchs Gebirge.

Nach rund 40 Kilometern erreichen wir die Grenze zu Montenegro. Nun ist es nur noch ein kleines Stück bis zur Bucht von Kotor. Hier genießen wir wieder den Blick auf das Wasser, während wir durch malerische Hafendörfer und kleine Städte cruisen. Die Bucht von Kotor beeindruckt: Das tiefblaue Wasser der fjordartigen Bucht zur Rechten, zur Linken teils steile Felswände und dazwischen die Siedlungen, die teils auf die Illyrer, Griechen und Römer zurückreichen. Zum Teil sind spätantike Villen-Überreste zu bestaunen, bevor wir Kotor erreichen, die mit gut 20.000 Einwohnern größte Stadt an der Bucht.

Nach dem Mittag geht es weiter in die Albanische Gemeindehauptstadt Shkodra, wo wir den Tag entspannt ausklingen lassen.

Samstag, 14. September

Weiter ging es heute auf unserer Abenteuerreise durch den Balkan. Von Shkodra kommend ging es heute weiter nach Nordmazedonien. Unser Ziel war der Ohridsee, etwa 230 km südöstlich. Die Stimmung in der Gruppe ist super. Bisher kommen wir alle gut und unfallfrei durch. Drückt die Daumen, dass es so bleibt

Sonntag, 15. September
Nachdem wir am Samstag in Ohrid am gleichnamigen See zwischen Nordmazedonien und Albanien angekommen waren, stand am Sonntag eine Rundtour durch das Land nördlich von Griechenland auf dem Plan. Von Ohrid aus ging es über Kičevo, Makedonski Brod nach Kruševo, einer kleinen Stadt, die im Jahr 1903 während des anti-osmanischen Aufstands Hauptstadt der kurzlebigen Republik Kruševo war. Weiter über die mit 90.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Bitola ging es zum Prespasee, in dessen Mitte die drei Staaten Albanien, Nordmazedonien und Griechenland aneinandertreffen. Der Rückweg zum Ohridsee führte dann noch durch den Galičica-Nationalpark, der mit seinen Bergkämmen und seiner wunderbaren Landschaft ein ums andere Mal den Atem stocken ließ…
Bis auf einen „Plattfuß“ sind wir wieder alle gut durch gekommen. Die Panne konnte aber recht schnell in Ordnung gebracht werden.
Morgen begeben wir uns wieder auf den Weg Richtung EU: Unser Tagesziel heißt Sandanski in Bulgarien.

Montag, 16. September

Neue Woche, neues Land. Nachdem wir gestern einen wunderbaren Abend am See verbracht haben und es uns bei selbst gegrillten Köstlichkeiten haben gut gehen lassen, steht heute wieder eine größere Tour auf dem Plan – mit insgesamt 390 Kilometern der größte einzelne Streckenabschnitt der gesamten Tour. Dazu verlassen wir das Land in südlicher Richtung und überqueren die Grenze ins griechische Makedonien. Durch den Norden Griechenlands winden sich zahlreiche kleine Straßen entlang der Hügelketten, die Hellas von Nordmazedonien trennen. Eine kurze Etappe führt noch einmal durch das Land, das sich als EU-Beitrittskandidat Hoffnungen auf eine tiefere europäische Integration macht, bevor wir die bulgarische Grenze erreichen. Von hier aus sind es nur noch gut 30 Kilometer bis zum Tagesziel: Sandanski, eine 38.000-Einwohner-Stadt am Fuße des Pirin-Gebirges.

In Sandanski angekommen, werden wir wie eine Gruppe Berühmtheiten empfangen. Der Bürgermeister Kiril Kotov ist gekommen, der örtliche Hotelbesitzer, ein lokaler Europa- und Weltmeister im Ringen. Sie alle sind beeindruckt von der großen ausländischen Gruppe BMW-Biker! Als wir den volkstümlichen Abend besuchen, werden wir herzlichst beköstigt und großartig unterhalten. So viel Essen, so viel Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit, so viel Lebensfreude – das bleibt im Gedächtnis!

Morgen geht es dann wieder zurück nach Nordmazedonien. Das Reiseziel für Dienstag lautet Skopje.

 

Dienstag, 17. September

Wir haben Sandanski heute morgen verlassen – mit jeder Menge toller Erinnerungen im Gepäck. Weiter geht es für uns nach Skopje, der Hauptstadt Nordmazedoniens. Erste Landmarke auf dem Weg wird der Kerkini Stausee sein. Der drittgrößte Stausee Griechenlands wurde 1932 erbaut und 50 Jahre später neu errichtet. Wenig später umfahren wir den Dorjansee auf seiner südlichen Flanke. Der See liegt zwischen Nordmazedonien und Griechenland und war im September 1918 Schauplatz letzter Kriegshandlungen der Entente-Mächte gegen Bulgarien.

 

Mittwoch, 18. September/Donnerstag, 19. September

Von Skopje aus geht es weiter gen Norden. Wir verlassen die nordmazedonische Hauptstadt, um nun den Kosovo kennenzulernen. Dabei konnten wir wundervolle Aussichten genießen und ein Land mit wechselvoller jüngerer Geschichte kennenlernen. Am Donnerstag stand eine Rundtour durch das Land an.

Inzwischen ist es auch etwas kühler geworden. Bei Temperaturen anfangs um die 35°C haben wir jedes bisschen kühleren Fahrtwind genossen. Bei kühleren 18°C ist das Fahren schon angenehmer. Und so lange es trocken bleibt, können wir damit gut umgehen.

Auf einer Rundtour durch das kleine Land, das früher zu Serbien gehörte, konnten wir die Kultur und die Menschen dort ein wenig besser kennen lernen. Auf der Rundreise durch den Kosovo haben wir unter anderem die Rugova-Schlucht gesehen, das Valbona-Tal (auf albanischer Seite) und den Nationalpark „Bjeshket e Nemuna“. Trotz überwiegend muslimisch geprägter Bevölkerung merkt man dem Land den europäischen Einfluss deutlich an (die Nationalhymne heißt passenderweise auch „Evropa“). In manchen Punkten merkt man aber auch noch alte sowjetische bzw. jugoslawische Einflüsse durchschimmern. Insgesamt ein sehr spannender Mix!
Morgen werden wir uns dann auf den Weg nach Podgorica in Montenegro begeben.

 

Freitag, 20. September

Heute haben wir den Kosovo verlassen und sind nach Montenegro weitergereist. Tagesziel: Podgorica, 390 km über den Balkan. Am Start in Peje hatten wir noch angenehme 18°C, auf 1800 Höhenmetern zeigte das Thermometer gerade noch 1°C an. Aber wir waren ja alle mit optimaler BMW Motorradkleidung ausgestattet und wurden überdies mit traumhaften Aussichten entschädigt.
Im Laufe der Tour kamen wir an einer Oldtimer-Rally vorbei. Einer der Teilnehmer hat leider die Kurve nicht bekommen und ist einen Abhang hinab gefahren. Glück im Unglück: Er wurde nicht verletzt. Mit gemeinsamer Kraft haben wir kurzerhand den Karren aus dem Dreck gezogen, bis der Abschleppdienst auf der Straße übernehmen konnte.
Unser Mittag haben wir an der traumhaften Tara-Schlucht verbracht, bevor wir uns auf den letzten Teil der Etappe auf machten: Podgorica, die Hauptstadt Montenegros.

Samstag, 21. September

Neues vom Balkan: Am Samstag lernten wir das nächste Land auf unserer Reise kennen. Vom moneltenegrinischen Podgorica ging es weiter nach Bosnien-Herzegowina. Im Süden des Landes liegt die Stadt Mostar, die vielen durch die Alte Brücke (Stari Most) bekannt ist. Diese Stadt sollte unser Tagesziel sein.
Nach einem Picknick auf der Strecke kamen wir nachmittags in der malerischen Stadt an. Gedränge in den Gassen der Altstadt, wo sich kleine Händler dicht an dicht reihen, eine malerische Altstadt und ein herrlicher Sonnenuntergang, den man besonders beim Ausblick über die alte Stadt genießen konnte.

Sonntag, 22. September

Und weiter geht’s: Von Mostar aus ging es am Sonntag weiter nach Kroatien. Eine mit 280 km relativ kurze Strecke führte uns an der Schlucht Omis entlang, über die kroatische Küstenstadt Split weiter nach Vodice, unserem Tagesziel der Tour.
Im Kornati Nationalpark steht morgen noch eine Bootstour an

Montag, 23. September
Die letzten Tage brechen an und wir sind im Ausgangsland unserer Reise wieder angekommen, das wir nun noch etwas genauer kennenlernen wollen.
Im Kornati Nationalpark, der sich vor der Küste erstreckt, haben wir den Tag mit einer Bootstour verbracht. Das Wetter stellt sich hier zwar so langsam um auf Herbst, aber das hat uns nicht abgeschreckt. Einige Hartgesottene sind trotzdem baden gegangen und wir haben die Natur vor Kroatiens Küste mit seinen dutzenden Inseln bewundern können.

Dienstag, 24. September
Heute folgt eine Rundreise durch Mittelkroatien. Ausgehend von der dalmatischen Küstenstadt Vodice geht es über die Küstenstraße E65 zunächst ein Stück gen Norden, bevor wir ins Landesinnere abbiegen. Die Plitvicer Seen sind allein schon eine Reise wert: Terrassierte Seen, die durch hunderte Wasserfälle miteinander verbunden sind. Im Zrmanja Canyon kann man smaragdgrünes Wasser bewundern, das sich seinen Weg durch das Karstgestein sucht.

Ein besonderes Highlight unseres Balkantrips ist das kulinarische Angebot. Insbesondere in Kroatien finden sich an jeder Ecke Grillhütten, Grillstände, mobile Grills – hauptsache über offenem Feuer gegartes Fleisch. Wir haben es uns nach unserer Rundreise in Vodice gut gehen lassen und beim Essen noch einmal kräftig zugelangt

Mittwoch, 25. September
Heute steht der letzte geführte Tourtag an. Es geht wieder 300 km gen Süden. Entlang der Küste fahren wir über Split zurück nach Dubrovnik, wo wir morgen noch einen Tag zur freien Verfügung haben, bevor wir am Freitag wieder in die Heimat fliegen.

Außerdem haben wir heute unseren Abschlussabend gefeiert: Mit viel guter Laune, gutem Essen und Getränken haben wir die Mittelmeersonne untergehen sehen und noch einmal die letzten Tage rekapituliert. Wir sind ohne größere Defekte, ohne Unfälle, gesund und munter überall durch gekommen, es gab kaum Probleme an den zahlreichen Grenzen, die wir passierten, und es war generell eine rundum gelungene Tour.

Donnerstag, 26. September

Die Zeit fliegt viel zu schnell… Gestern haben wir unsere letzte Etappe in Angriff genommen. Von Vodice sind wir zu unserem Ausgangspunkt nach Dubrovnik zurückgereist. Entlang der Küstenstraße E65 konnten wir noch einmal die Schönheit der Adria und der kroatischen Küste genießen. In der kleinen Stadt Trogir haben wir einen Zwischenstopp eingelegt und uns die historischen Gebäude angesehen – einen Stilmix aus Renaissance, Romantik und Barock.

In Dubrovnik hatten wir heute noch einen Tag zur komplett freien Gestaltung. Wir konnten so noch einmal die atemberaubende Altstadt erkunden, die iberische Küche genießen, letzte Runden im Meer drehen und uns von unseren Motorrädern verabschieden, die sich auf dem Landweg zurück auf die Heimreise begeben haben.

Morgen geht es dann leider schon wieder nach Hause. Mitnehmen werden wir aber jede Menge toller Erinnerungen an viele spannende Länder! Wir hoffen, im kommenden Jahr sind wieder so viele Biker mit an Bord, wenn die nächste Abenteuerreise beginnt!

 

Nachtrag: Bilder von der Tour


Leipzig, den

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